Der erste Weltcup für Jacob

Der erste Weltcup für Jacob

Am vergangenen Sonntag wurde beim XCE-Worldcup in Winterberg um die Platzierungen gesprintet. Beim einzigen Saisonrennen der Serie in Deutschland fuhr Jacob seinen ersten Weltcup mit, wenn auch „nur“ in der Eliminator-Disziplin. Von seinen Erfahrungen schreibt er hier:


Der UCI XCE Mountainbike Worldcup ist, anders als der XCO Weltcup, noch kein Stammformat. In dieser speziellen Disziplin und Rennserie wird in 7 verschiedenen Ländern und Städten über kurze technische Strecken gesprintet. Zunächst findet auf der schnellen Runde (ca. 1 Minute) ein Qualifikationsrennlauf statt. Als Zeitfahren fährt jeder eine Runde, wonach dann die Heats zusammengestellt werden. In diesen starten immer 4 Fahrer gegeneinander, von denen die schnelleren 2 weiter kommen, bis im letzten Rennen die Plätze 1 bis 4 vergeben werden. Nachdem durch diese Qualifikation am Renntag quasi jeder Lizenzinhaber die Chance hat, teilzunehmen, wollte auch ich mich dieser Herausforderung stellen, nachdem ich ja vergangene Saison bereits das Sprintrennen in Bochum gewinnen konnte.

Angereist nach einem durchwachsenen Vortag mit zwei Defekten in Titmaringhausen stand zunächst das Streckentraining an. Die kurze Runde führte über kurze Schotterpassagen, einige Kurven auf einer Wiese und gebaute Holzelemente. Für Höhenmeter sorgte außerdem ein steiler Anstieg. Größtenteils kam ich auf der Strecke gut zurecht, auch wenn schnell klar war, dass man in den Kurven ans Limit würde gehen müssen. Nur einer der Holzsprünge bereitete mir Schwierigkeiten. Direkt nach dem Anstieg fehlte es bei mir an der nötigen Geschwindigkeit, und ich übte die Passage immer wieder – zu oft.

Bei der Qualifikation ging es nun für mich darum „nur fast“ alles zu geben. Da weniger als 32 Fahrer am Start standen, machte ich mir um ein Ausscheiden beim Zeitfahren keine Sorgen. Deshalb riskierte ich nicht zu viel, um meinen ersten Weltcup nicht nach wenigen Sekunden wegen eines Sturzes beenden zu müssen. Mit meiner Zeit lag ich dann also der Erwartung entsprechend weit unten in der Liste. Während einer Pausenphase gab es erneut die Möglichkeit des Streckentrainings. Ohne nach dem Zeitfahren zur Ruhe gekomm

en zu sein übte ich weiter, im Glauben, die beste Übung auf den Kurven brächte das beste Ergebnis. Als ich zu meinem ersten Heat aufgerufen wurde stieg die Spannung. Ich startete gegen einen französischen und einen italienischen Fahrer, die bei der Qualifikation mit den Plätzen 10 und 7 deutlich besser als ich abgeschnitten hatten. Der Startschuss ertönte und es wurde losgesprintet. Zwar als letztes, aber direkt am Hinterrad der anderen verließ ich die Startgerade. Am Anstieg der ersten von zwei Runden schmerzten meine Beine plötzlich stark. Vermutlich war es die Summe aus dem Marathon am Vortag, und den vielen schnellen Proberunden, die mich schnell an mein Limit brachten. Als dritter überquerte ich knapp geschlagen die Ziellinie. Dass ich trotz allem meine Zeit aus der Qualifikation etwas verbessern konnte zeigt aber, dass das viele Streckentraining nicht gänzlich unnötig war, nur einfach zu viel.

Auch wenn ich sehr froh bin, bloß mitgefahren zu sein: Rückblickend hätte ich noch andere Dinge besser machen sollen. Das Cooldown nach den Rennrunden ist extrem wichtig, um eine schnelle Erholung zu fördern. Hinsetzten und Beine hochlegen ist manchmal eben besser als jedes Training auf der Strecke.

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